
Zu Zweit weggegangen – zu Dritt heimgekommen
Es ist schon einige Jahre her, da hab’ ich mit meinem damaligen Berner HARRY einen langen, ausgiebigen Spaziergang unternommen. Es war Anfang Dezember, hatte Neuschnee und war entsetzlich kalt. Aber die tiefverschneite Natur hat auch ihre schönen Seiten, speziell wenn man ganz unberührte Gegenden geht.
Wir gehen auf einer aufgelassenen Landstraße so gemütlich dahin, als HARRY plötzlich nicht mehr weitergeht und ununterbrochen bei einem Bretterstapel schnuppert. Als ich nachgesehen habe, was da so Interessantes ist, entdeckte ich ein verfrorenes kleines Bündel Elend: einen ca. 2 Monate alten Welpen. Ich habe noch nie so viel Angst in den Augen eines Tieres gesehen!
Es kam, was kommen musste: Reißverschluss vom Anorak auf, den kleinen, frierenden Hund hinein verfrachtet, Reißverschluss wieder zu, so dass nur das Köpfchen mehr herausschaute und so sind wir dann nach Hause gegangen. Ich wollte eigentlich keinen zweiten Hund behalten, aber nach zwei Tagen war klar: der Kleine bleibt.
Ich habe in der Wohnung die Angewohnheit, sämtliche Türen offen zu lassen. Wenn ich sage, der Kleine hat mich auf Schritt und Tritt verfolgt, mich keinen Moment aus den Augen gelassen – sogar bis auf die Toilette ist er mir nach. *gg*
Ich hatte in meinem Leben schon viele Hunde, der Dankbarste war NICO, dieser Findling. Er hat wahrscheinlich viel Schlimmes mitgemacht, so ließ er sich z.B. lange nicht an die Leine nehmen und brauchte ganz viel Geduld, damit sein Selbstvertrauen so halbwegs aufgebaut werden konnte. Wir hatten wunderschöne, fantastische Jahre und für mich war es einer der schwersten Momente, als ich mich von ihm verabschieden mußte. Es ist jetzt drei Jahre her, dass er über die Regenbogenbrücke gegangen ist, aber der Gedanke an ihn schmerzt noch immer.
Vielen Dank Maria für diese wunderschöne und traurige Geschichte. Schön, dass es Euch gibt!
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