Wie bekomme ich meinen Welpen stubenrein?


Wie bekomme ich meinen Welpen stubenrein?

Stubenreinheit ist nicht angeboren. Man muss bedenken, dass man sich ein “Baby” ins Haus geholt hat, das noch nicht trocken ist. Nach dem Schlafen, Fressen, Spielen, längeren Autofahrten etc. sollte man den Welpen nach draußen an einen ruhigen Ort, möglichst auf eine Wiese bringen. Der Untergrund sollte weich sein. Sie, also der Halter, die Bezugsperson sollte bei ihm bleiben und ihn mit freundlicher Stimme loben, nachdem er sein “Geschäft” erledigt hat. Loben Sie ihn nicht während er sein “Geschäft” verrichtet, sonst kann es sein, dass er es unterbricht, weil er von Ihnen abgelenkt wird.

Unterlassen Sie Strafen jeder Art. Nackenschütteln, mit der Nase in den Urin oder Kot stupsen oder ähnliche drastische und obendrein falsche Sanktionen sind unsinnig und werden vom Welpen nicht verstanden! Dadurch lernt der Welpe nicht, stubenrein zu werden – sondern nur, Angst vor Ihnen zu haben.

Beobachten Sie Ihren Hund/ Welpen! Wenn er unruhig wird oder sich im Kreis dreht, führen Sie ihn nach draußen.

Ein Welpe muss anfangs auch nachts mal raus. Stellen Sie sein Körbchen direkt neben Ihr Bett, um erste Anzeichen von Unruhe bemerken zu können.

Nachts oder in Ihrer Abwesenheit sollten Sie den Welpen nicht in eine Hundebox sperren. Der Hund gerät darin in Not und Stress, weil er sich nicht in seinem “Nest” versäubern möchte.

Regeln von früher sind überholt. Strafen Sie den Hund auch dann nicht, wenn Sie ihn auf “frischer Tat” ertappen. Er könnte die Strafe mit Ihnen statt mit dem eigentlichen Ereignis verknüpfen. Dann wird er sich nur noch heimlich, nicht mehr in Ihrer Anwesenheit lösen.

Ein kurzes ruhiges “Nein” reicht, um die unerwünschte Handlung in dem Moment zu unterbrechen, in dem er sich gerade im Wohnungsbereich lösen will. Heben Sie ihn hoch und bringen Sie ihn an einen geeigneten Ort, an dem er sich in Ruhe versäubern kann. Achten Sie auch genau darauf, ob Ihr Hund Anzeichen dafür zeigt, dass er raus möchte. Steht er vor der Tür? Schaut er öfter zur Ausgangs- oder Terrassentür? Ist er unruhig? Fiept er? Dies alles können seine Versuche sein, sich Ihnen mitzuteilen, dass er mal “muss”.

Ignorieren Sie “kleine und große Missgeschicke”, die in Ihrer Abwesenheit passiert sind und beseitigen Sie sie kommentarlos! Nichts sagen, nicht genervt schauen, nicht strafen, nicht ärgern!

Nie Essigreiniger zum Putzen betroffener Stellen verwenden, der Essiggeruch regt den Hund zum Urinieren an.

Hundebücher empfehlen manchmal den Einsatz von Zeitungspapier, auf das der Hund im Haus pieseln oder koten soll. Dann soll er wieder Schritt für Schritt davon entwöhnt werden, indem die Zeitung immer kleiner gefaltet wird und schließlich ganz verschwindet. Warum so umständlich, wenn es auch einfach geht??? Außerdem besteht die Gefahr einer Fehlverknüpfung – der Hund lernt, sich im Wohnungsbereich (!) auf Zeitungspapier zu lösen, nicht aber auf anderen Untergründen wie zum Beispiel einer Wiese und vor allem draußen, wo er sich ja eigentlich lösen sollte.

 

Ein Welpe braucht Zeit, um zu verstehen, was von ihm verlangt wird. Außerdem muss er, wie ein kleines Menschenkind auch, seinen Schließmuskel erst trainieren, bevor er ihn kontrollieren kann. In der Regel dauert die Erziehung zur Stubenreinheit Tage bis Wochen, das ist von Hund zu Hund unterschiedlich.

 

In der Literatur empfohlene Kommandowörter zum Urinieren oder Koten sind unsinnig und gefährlich. Funktioniert die Methode und ist der Hund gehorsam, hält er so lange ein, bis Sie das erlösende Wort sprechen. Ein so kontrollierendes Verhalten gegenüber einem uns anvertrauten Lebewesen ist moralisch fragwürdig und kann, gerade beim Welpen oder älteren Hund, enormen Stress auslösen und gesundheitsgefährdend werden. Der Hund soll sein Geschäft nicht auf Kommando verrichten, sondern dann, wenn er das Bedürfnis hat!

 

Tage und Nächte mit Geduld und Lob zahlen sich aus. Wichtige Grundregel: Verhaltensweisen werden durch Belohnung verstärkt! Loben Sie Ihren kleinen Hund also, wenn er “es” an der richtigen Stelle gemacht hat. Sollte sich trotz allem nicht der gewünschte Erfolg einstellen, bedenken Sie, dass auch eine Erkrankung wie zum Beispiel eine Blasenentzündung vorliegen könnte. Fragen Sie sicherheitshalber Ihren Tierarzt!

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Kommentar

Sabine | am 30. August 2010 um 14:08 Uhr

Sehr toller Artikel! Alles bedacht und mit Verständnis und Fachwissen erklärt.
:)

Sylvia | am 2. September 2010 um 16:29 Uhr

Ich kann es auch bestätigen. Meine jetzt 5-Jährige Berner Sennenhündin wurde erst richtig sauber als sie 4-5 Monate alt war – es war Winter und ich braucht zu lange, um richtig verpackt zu sein – außerdem deuteten wir die Zeichen nicht richtig. Sie ging zu meinem Mann und stupste – obwohl er fast nie mit ihr rausging. Zur Tür ging sie übrigens nie, um anzuzeigen, dass sie rausmuss. Unsere Geduld hat sich aber gelohnt: wir haben nie gestraft und dafür einen Hund mit einer sehr großen Bindung erhalten.

sybille morina | am 3. September 2010 um 22:04 Uhr

Musst den Hund beobachten ,bei meinen wars so dass er unruhig geworden ist.Bin sofort mit ihm raus ,er war in 3 Tagen stubenrein ,da er immer wenn er unten im Freien sein”Geschäft verichtete ein Leckerli bekam und im Haus eben nicht.Probiers mal ,viel loben und Leckerli denn unsere Vierbeiner sind sehr klug ,und merken sich dass schnell.Ganz liebe Grüsse und noch viiiiiel Freude mit deinen Vierbeiner!

GloriaNeugebauer | am 16. September 2010 um 21:54 Uhr

so ein Quatsch! Sag mal glaubt ihr wirklich alles was im Internet steht?

Ein klares NEIN? Macht ihr das bei euren Kindern auch so? Wie wäre es mit ignorieren, auf den Arm nehmen und ihn auf die Wiese bringen?

NEIN = negative Gesprächsführung.
Warum machen Kinder die wesentlich älter schon sind noch ins Bett? Na? Liebe Eltern..wer kennt die Antwort? Warum machen manche Hunde noch in die Wohnung? Wie wäre es mal mit NACHDENKEN? Vertrauensverhältnis?

Ich möchte gerne wissen, wer wieder einmal diesen Beitrag geschrieben hat. Ich möchte wissen, welche Bildung dahinter steckt, welches Wissen und woher zitiert wird! Also bitte her damit!

Noch etwas: Für alle die meinen, es gäbe “dominante Hunde”.
Literatur die sich ausbezahlt:
http://www.amazon.de/Dominanz-Tatsache-oder-fixe-Idee/dp/3936188092
Als nächtes für alle noch “Fleischfresser”
Peter Singer, Animal Liberation (gibts bei Amazon)

für alle die nach den bescheurten Methoden: NEIN, AUS, PFUI, Leinenruck, Druck ausüben, runterdrücken etc. ARBEITEN:
http://www.spass-mit-hund.de/seiten/mehr_wissen/beschwichtigungssignale/
ganz unten steht wo man das Buch kaufen kann!

So und wer das alles mal gelesen hat und sich ERNSTHAFT mit Hundeerziehung, das Leben mit Hund, das Leben mit Tieren auseinander gesetzt hat, kann mir gerne schreiben…alle anderen..die NICHT wissenschaftlich zitieren können, die mir keine Literatur anbieten können, denen möchte ich eines sagen:

Herr Rütter und Co…liebe “Freunde”…man kann seinen verdammten Job auch 20 Jahre falsch machen!

Und nein, ich habe keine Hundeschule und kein ich arbeite nicht als Tiertherapeutin oder als Tiertante oder sonst was…ich habe LEDIGLICH das Wort “GEWALT” genauer untersucht bzw. die Definition, eine tolle Hundeschule gefunden und bin besitzerin von 2 Jagdhunden die (stellt euch vor) NICHT jagen gehen…

Nathalie | am 17. September 2010 um 14:55 Uhr

An dem Artikel ist absolut nichts auszusetzen. Ich verstehe es so, dass ein NEIN gar nicht gebraucht bzw. gesagt wird. Auch von Gewalt ist hier nicht die Rede, der letzte Kommentar hier ist absolut nicht sinngemäß und will nur Stimmung machen!

Viele Grüße,
Nathalie

Sabine | am 17. September 2010 um 15:04 Uhr

Hallo,

@Gloria, also ich verstehe deinen Beitrag nicht ganz…ich finde es toll auf die Dominanztheorie hinzuweisen, jedoch wird hier !gott sei dank! mit keinem Wort Dominanz erwähnt..

Ich denke mal du hast das Wort “Nein” hier als Anlass empfunden den Artikel etwas zu emotional zu lesen..
“Nein” ist vielleicht das falsche Wort, aber wenn ich den Welpen sehe wie er hinmacht und ihm dabei zu sehe riskiere ich es, dass es für ihn normal ist..
Das Wort ist eigentlich egal…es geht rein darum den Hund kurz zu unterbrechen und wie schon gesagt es sollte ruhig sein und nicht böse schimpfend..dann sezte ich den Welpen hinaus und lasse ihn dort pinkeln und beende alles mit einem Lob sodass es ein gutes Ende hat..
Natürlich gibt es Welpen bei denen man dies nicht machen sollte, aber da sollte man dann schon in allem etwas anders an die Sache rangehen..

Du legst diesem Artikel auch etwas in den Mund was so gar nicht angesprochen werden sollte. Ich denke mal die/der Autor/in haben hier nur die Stubenreinheitserziehung von Welpen angesprochen, wenn ein älterer Hund reinmacht ist das natürlich was ganz was anderes!!!! Da hast du Recht, aber es muss nicht immer Bindung sein. Wie schon beim Welpen kann es auch Krankheit oder Stress sein. Ohne Vorgespräch ist sowas nicht wirklich zu klären.

Sehr vieles was in dem Artikel steht spricht AUSDRÜCKLICH gegen Gewalt und macht den Mensch darauf aufmerksam dass es seine Aufgabe ist den Hund zu beobachten und darauf zu achten, dass Fehler schimpfen nicht sinnvoll ist wenn man die Möglichkeit Fehler zu vermeiden und das ist fast immer möglich!

Ich bin absolut deiner Meinung und bin genau wie du dahinter gegen Dominanz und Alphatheorien und all diesen Dingen die Unwissenheit verdecken sollen.
du hast wahrscheinlich Recht dass man Tipps mit den Wort “Nein” usw. nicht allgemein geben sollte da viele es falsch verstehen. Aber ich habe es hier schon so verstanden, dass es nur um die Unterbrechung geht und nicht um das Schimpfen.

Nur zum Schluss, ja du hast Recht aber diesen Artikel zu verurteilen verstehe ich nicht, da er sich wirklich von Gewalt und Unterdrückung distanziert und sogar davor warnt.

Lg Sabine

Sabine | am 17. September 2010 um 15:08 Uhr

Verbesserung (wenn man schneller denkt als schreibt) ;)

Sehr vieles was in dem Artikel steht spricht ausdrücklich gegen Gewalt und macht den Mensch darauf aufmerksam dass es seine Aufgabe ist den Hund zu beobachten und darauf zu achten, dass er keinen Fehler macht. fehler schimpfen ist unfair wenn man die Möglcihkeit hat Fehler von Anfang an zu verhindern! Und das geht fast immer!!

Denise Ibili | am 17. September 2010 um 15:11 Uhr

Hallo Gloria!

Les doch bitte den Artikel nochmals genauer durch,du wirst feststellen das dort von Strafen und dergleichen abgeraten wird!
Ich persönlich habe meinen Jagdhund ( der auch nicht sonderlich viel jagd ) mit genau diesen Methoden wie hier beschrieben,innerhalb einer Woche stubenrein bekommen.Später hat sie nochmal eine Phase von 3-4 Tagen gehabt wo es wie vergessen war und sie ab und an rein gemacht hat aber danach war wieder alles in Ordnung.

Ich erziehe meinen Hund mit Animal-learn-Prinzip,vielleicht hast du davon schonmal was gehört.Es ist eine konsequente aber sehr sehr ruhige und liebevolle Erziehung wo stark auf die Signale des Hundes geachtet wird ( Beschwichtigungssignale) Auch das Buch “Calming Signals” und das dazugehörende Workbook steh in meinem regal und kommt des öfteren zum Einsatz.
Wie du siehst kenn ich mich bisschen aus :-)
Allerdings bekommt sie,wenn sie nicht hört,auch mal ein strenges NEIN oder PFUI von mir zu hören,es wird auch mal bisschen fester an der Leine gezogen (Geschirr,KEIN Halsband!) und wenn sie es übertreibt und ihre Grenzen austestet (sie ist in der “Puertät”), zeig ich ihr auch ganz klar ihre Grenzen. Ich wende keine Gewalt an,sie wird weder geschlagen,noch angeschrien.Der Ton macht die Musik. Sie ist nun mal Terrier und schwer zu handhaben.Das prinzipelle Animal-learn- Prinzip fruchtet also nicht immer.Manche Hunde brauchen eben mal ne härtere Schule und das sollten auch andere Hundebesitzer akzeptieren!
Deswegen ist es noch lange nicht falsch wie alle andere ihre Hunde erziehen solange der Hund weder körperlich noch seelisch gequält wird.

Also komm mal wieder runter und wie gesagt,les nochmal den Bericht!!!!!!

Patrick Hegel | am 25. September 2010 um 20:28 Uhr

Hallo Gloria,

ich kann deine Denkweise auch nicht so ganz nachvollziehen. Bin zwar total deiner Meinung, dass man Hunde, Tiere allgemein, ohne Gewalt erziehen muss, aber streng sollte man trotzdem sein, mit Kindern auch, schon dass du das Thema Kindererziehung mitreinbringst. Wie hast du deine Hunde stubenrein bekommen? Hast du sie von keinauf?