
Wenn Hunde sich wälzen…
…bedeutet dies aus Hundesicht in der Regel ganz einfach eine hübsche Dehnübung und das Auftragen eines Parfüms. Hund freut sich dabei des Lebens und kratzt sich am Rücken.
Aus Haltersicht bedeutet das Wälzen des Vierbeiners jedoch häufig eine mittlere Katastrophe. Nicht selten hört der Vierbeiner dann die schrillen Worte: „Pfui! Aus! Lass das!“
Denn wenn ein Hund sich „parfümiert“ ist dies ein regelrechter Angriff auf die Menschennase.
Je ekliger, je stinkender, je matschiger, je verwesender – desto besser. Aus Hundesicht!
Eine verwesende Maus, ein toter Vogel oder gerne auch ein Kuhfladen eignet sich offensichtlich ganz hervorragend zum Wälzen. Gerne wird das Wälzmaterial im Anschluss an die vergnügliche Prozedur auch verspeist. Fröhlich schmatzend, die Überreste des noch flüssigen Kuhfladens um das Maul verteilt, kommt der nun „wohlriechende“ Hund zu seinem Menschen gelaufen und schaut ihn glücklich und erwartungsvoll an.
Die Prozedur des Wälzens verlangt auch besondere Techniken, die so ziemlich jeder Hund perfekt beherrscht. Hier eine kurze Anleitung:
Hund muss die Schnauze seitlich voran gegen das Objekt der Begierde schieben, der Körper folgt in gleicher Richtung. Schließlich landet er auf dem Rücken, wälzt sich hin und her während alle Beine, die zur Verfügung stehen in der Luft umherwirbeln. Schließlich muss Hund zum Ausgangspunkt zurückkehren und erneut bei der Schnauze beginnen.
Dabei geht es jedoch nicht nur darum den neuen „Duft“ anzunehmen, sondern auch um eine entspannende Massage.
Das Wälzen und Räkeln, z. B. im trockenen Gras, massiert die unerreichbaren Körperteile und dient der Lockerung und Entspannung. Wälzt ein Hund sich plötzlich verstärkt, sollte man allerdings klären, ob er nicht unter starkem Juckreiz leidet. Ein Hund, der sich innerhalb einer Situation unsicher fühlt, wälzt sich nicht. Wälzt sich bei der Begegnung mehrerer Hunde ein Hund ausgiebig und dreht dabei auch sorglos seinen Bauch nach oben, so demonstriert er damit Selbstsicherheit und eine hohe Rangstelle. Er sagt den anderen: “Ihr seid für mich nicht bedrohlich. Guckt doch, wie entspannt und sicher ich mich in eurer Runde fühle!”.
Das Wälzen ist also Ausdruck sehr unterschiedlicher Bedürfnisse – eines ist jedoch sicher: es muss riesigen Spaß machen. Als Hundehalter sollte man dies einfach so hinnehmen und mit dem glücklichen Stinkehund in die Wohnung zurückkehren. Baden muss dann eben einfach sein….
Kommentar schreiben
vivi mit dolly | am 23. November 2010 um 21:34 Uhr
oh ja, das kenne ich.
und der verklärte blick nicht zu vergessen …
;o)
Birgit | am 23. November 2010 um 22:38 Uhr
Ooooh jaaa,
bei ner Deutschen Dogge ganz toll ! Ist ja eine schön große Fläche und wenn man dann versucht, das stinkende wasserscheue Riesenmonster unter die Dusche zu bekommen …. vollkommen zwecklos.














Sophal | am 23. November 2010 um 17:45 Uhr
Unsere Susi macht das auch seeehr gerne…
Ich gönn ihr das auch hin und wieder, wenn es nicht allzu stinkend ist, aber wenn man nur kurz nochmal raus muss, weil man (mit dem Hund) in die Arbeit geht, ist das ned so gut. Für die Kollegin ist es ja auch nicht wirklich angenehm dieses Hundeparfüm… ;o)