BARF – mehr als ein Trend


BARF stammt ursprünglich aus den USA. Bereits dort gab es die verschiedensten Auslegungen für den Begriff BARF wie z. B. „Born Again Raw Feeders“ („Neugeborene Rohfütterer“) oder „Bones And Raw Foods („Knochen und rohes Futter“). Ebenso ist es in Deutschland. Eine der verständlichsten deutschen Übersetzungen lautet: “Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“.

www.hundetipps-24.de

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Genauso gibt es aber auch verschiedene Interpretationen dafür, wie genau „barfen“ funktioniert, bzw. ob ein Hundehalter noch „richtig barft“, wenn er seinem Hund zusätzlich zu rohem Fleisch und Gemüse noch ab und an gekochtes Getreide oder Milchprodukte vorsetzt. Hundehalter bezeichnen sich wahlweise als „Vollbarfer“, „echter Barfer“, „Teilbarfer“ usw. und lassen oft an der Methode anderer kein gutes Haar. Allein daran wird sichtbar, wie stark emotional besetzt dieses Thema ist. Doch darum soll es in diesem Artikel nicht gehen, vielmehr möchte ich Ihnen das Barfen an sich und seine Bedeutung näher bringen.

 

BARF-Fütterung bedeutet nicht reine RohFLEISCHfütterung! Die ausschließliche Ernährung eines Hundes durch (rohes) Fleisch ist schlicht und ergreifend zu einseitig. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören ebenso Gemüse, Salat und Obst, sowie rohe, fleischige Knochen, Öle, Kräuter, Nüsse und Milchprodukte sowie, je nach Verträglichkeit, gekochtes Getreide. Aber jetzt erstmal der Reihe nach.

 

Fleisch und Knochen

Natürlich sind Fleisch, Innereien, Knochen und Knorpel die wichtigsten Bestandteile des Barfens. Durch sie bekommt der Hund Eiweiß, Fette, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Geeignete Fleischlieferanten sind Rind, Geflügel, Lamm, Ziege, Pferd, Kaninchen, Wild sowie Fisch. Auf keinen Fall soll rohes Schweinefleisch an Hunde verfüttert werden, da sich darin das sogenannte „Aujeszky-Virus“ befinden kann. Dieses Virus, dessen Aufnahme für uns Menschen vollkommen ungefährlich ist, endet bei Hunden immer tödlich!

Auch das Verfüttern von rohen, fleischigen Knochen gehört zur Rohfütterung und dient der Zufuhr von Kalzium. Hier ist allerdings darauf zu achten, dass ein Hund, der noch nie zuvor Knochen bekommen hat, Schritt für Schritt daran gewöhnt werden muss. Denn ist die Ration zu groß, kann es zum sogenannten „Knochenkot“ kommen. Dieser Kot ist steinhart und bereitet dem Hund fiese Schmerzen beim Absetzen. Für „Anfänger“ eignen sich beispielsweise Hühnerhälse sowie Lammbrustbein sehr gut. Wichtig: Verfüttern Sie keine rohen Röhrenknochen oder gekochte, gebratene oder sonstig zubereitete Knochen. Diese können splittern!

 

Gemüse, Obst und Salat

Wie bereits eingangs erwähnt, setzt sich die Rohfütterung aus mehreren Faktoren zusammen. Neben dem Fleisch ist ein weiterer wichtiger Faktor rohes, fein püriertes „Grünzeug“ – also Gemüse, Salat und Obst. Sie liefern Ihrem Hund viele wichtige Vitamine, Mineralien, Enzyme, Kohlehydrate und Ballaststoffe. Fein püriert deshalb, weil dadurch die in der pflanzlichen Nahrung enthaltene Zellulose im Hundedarm aufgespalten und somit von unseren Vierbeinern überhaupt verarbeitet werden kann. Gut geeignet sind Karotten, Zucchini und Fenchel für die Gemüseportion; Chicoree, Rucola und Salatgurken für die Salatportion und Äpfel, Bananen und Ananas für die Obstportion.

Gemüse, Obst, Salat

Gemüse, Obst, Salat

 

Getreide

Hier sind wir bei einem Punkt angelangt, an dem sich die Geister scheiden. Für die einen gehört Getreide dazu, für die anderen trennt das einen „echten Barfer“ von „einem Teilbarfer“. Getreide gehört nicht unbedingt auf den „normalen“ Futterplan unserer Hunde und kann sogar Allergien auslösen (besonders Weizen). Möchten Sie es trotzdem mit in den Speiseplan für Ihren Hund aufnehmen, sollten Sie folgendes beachten: Das Getreide muss fein geschrotet, gemahlen, geflockt oder gekocht sein, sonst ist es für den Hund unverdaulich! Getreide, bzw. getreideähnliche Arten, die sich gut eignen sind z. B. Hirse, Amaranth und Quiona (bei diesen Sorten ist auch das Allergie-Risiko klein).

 

Milchprodukte

Ähnlich wie mit dem Getreide verhält es sich mit Milchprodukten – sie gehören nicht zum ursprünglichen Speiseplan eines Hundes, werden von ihnen aber durchaus gerne angenommen. Auch hier spielt die Verträglichkeit eine große Rolle. Möchten Sie Milchprodukte füttern und reagiert ihr Hund positiv darauf, eignen sich unter anderem Körniger Frischkäse, Ziegenmilch und Sauermilch sehr gut.

 

Nüsse, Öle, Eier und mehr

Nicht zuletzt sollte eine BARF-Mahlzeit auch mal Kerne, Nüsse, Eier, verschiedene Kräuter, Heilerde oder Grünlippmuschelpulver enthalten – um nur mal einen kleinen Teil der Zusätze zu nennen, die einem Hund, neben der eigentlichen Rohfütterung, noch gut tun.

 

Möchten Sie Ihren Hund barfen, dann setzen Sie sich mit dem Thema und dessen Handhabung gewissenhaft auseinander. Die ausgewogene Zusammensetzung des Futters sowie die Zufuhr aller wichtiger Vitamine und Mineralstoffe, über die Sie sich beim Verfüttern von Fertigfutter keine Gedanken machen müssen, liegen dann komplett in Ihrer Hand. Dennoch: BARF ist nicht so schwierig und aufwändig wie im Allgemeinen geglaubt wird. Wichtig ist, dass Sie sich intensiv über die Bedürfnisse eines Hundes im Allgemeinen und Ihres Hundes im speziellen informieren.

Achten Sie also genau auf die Bedürfnisse Ihres Hundes, denn Sie sollten das Barfen so gestalten, dass es Ihrem Hund dabei gut geht. Lehnt Ihr Hund vielleicht anfangs rohes Fleisch ab, dann sollten Sie es mit heißem Wasser übergießen oder kochen. Hat Ihr Hund Probleme mit Knochenkot, auch wenn die Knochenportion noch so klein war, dann ersetzten Sie den Kalziumlieferant Knochen eben durch Eierschalenpulver. Liebt und verträgt Ihr Hund beispielsweise Frischkäse oder Hirse, dann darf er auch das in Maßen gerne haben.

 

Übrigens: Die weit verbreitete Meinung, dass die Fütterung von rohem Fleisch Hunde aggressiv macht und deren Jagdtrieb verstärkt, stimmt nicht!

Gesunde, vitale und glückliche Hunde

Gesunde, vitale und glückliche Hunde

Wenn Sie also für Ihren Hund die „richtige“ BARF-Methode herausgefunden haben, dankt er es Ihnen mit Vitalität, guten Blutwerten, einem glänzenden Fell und – hoffentlich – mit einem langen Leben.

 

Gastartikel von Iris Dürrschmidt www.hundetipps-24.de

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Kommentar

Ulli P | am 23. Mai 2011 um 17:55 Uhr

Es ist wohl wie beim Menschen: Ausgewogene Kost scheint mir da angesagt zu sein. Mein Hund bspw. erhält relativ wenig (hochwertiges) Trockenfutter, dafür aber zusätzlich getrocknete Rinderlunge und täglich zwei rohe Rindfleischknochen (mit ein wenig Fleisch zum Knabbern). Na ja, auch ein paar Leckerlies – ohne Zusatzstoffe. Fell glänzt, Hund ist gut drauf (natürlich nicht nur wegen des Fressens!) und gesund – alles prima. :-)

Sanne | am 23. Mai 2011 um 18:54 Uhr

Es gibt für mich keine andere Alternative mehr!
Nach diversen Unverträglichkeiten auf ALLE Futtermittel die ich ausprobiert habe, gibt es seit der Umstellung aufs Barfen nichts mehr!
Ich rate eigentlich jedem Kunden dazu.
Ich barfe beide komplett getreidefrei und das Gesamtbild ist ein riesen Unterschied!

Anke Jockel | am 24. Mai 2011 um 06:31 Uhr

Ich barfe nun seit 3 Jahren.
Es gibt nichts bei uns was es nicht gibt. ;-)
Meine Hunde vertragen alles gut. Und Allergien oder ähnliches haben wir nicht mehr.
Unser Labrador, der in den ersten 12 Monaten viel Hunger leiden musste und demnach sehr Futterneidisch ist, bekomm ich so ausgeglicherner und das sogar IM Rudel.
Durch die Rettungshundearbeit in der wir viel unterwegs sind, ist es mit dem frischen Fleisch an den Lehrgangs- und Trainingstagen zumindestens im Sommer etwas schwer…
Hier ersetzt ich das FRISCHE Fleisch gegen getrocknete Artikel, wie Pansen, Herz, Lunge (meist selbstgetrocknet) oder auch mal ne Handvoll Trofu
klappt hervorragend!!!
Übrigens, lassen sich Leber, Lunge und Herz hauchdünn geschnitten hervorragend im Backofen oder wer es hat im Dörrautomaten trocknen!!! eine Alternative zu JEDEM Gekauften Lecker!! Selbst für Hunde die Trofu bekommen!! ;-) ))

Hauke | am 3. Juni 2011 um 22:47 Uhr

Toll, dass hier regelmaessig soviel Zeit vor dem Computer verbracht wird.