Infektionskrankheiten bei Hunden


In unserer Umwelt gibt es viele Krankheitserreger, die nicht nur uns Menschen schaden können, sondern auch unseren Hunden. Zwar haben auch sie ein Immunsystem, das im Bedarfsfall aktiviert wird und die Erreger bekämpft. Doch manchmal ist es einfach überfordert. Das ist besonders dann der Fall, wenn es sich um extrem ansteckende und gefährliche Viren handelt und der Hund massiv von diesen Erregern befallen wird.

Wichtige Informationen zur Hundegesundheit

Wichtige Informationen zur Hundegesundheit

Entsprechende Impfungen schützen unsere Hunde, weil sie durch die Impfungen genügend Antikörper haben, um den Ausbruch von Infektionskrankheiten zu bekämpfen. Da die Krankheitserreger jedoch nicht ausgerottet sind und nicht alle Hundehalter ihre Tiere ausreichend und regelmäßig impfen lassen, treten immer wieder gefährliche Infektionskrankheiten auf.

 

Nachfolgend kurze Beschreibungen der wichtigsten Infektionskrankheiten:

 

1. Borreliose

Erreger: Bakterien, sog. Borrelien

Ansteckung: erfolgt über Zeckenstich

Krankheitszeichen: Starke Gelenkschmerzen, Nervenentzündungen, Lähmungen u.ä.

Gefährdung: Hunde, die häufig frei in Wäldern und Felder umherstreifen

Impfempfehlung: Impfung sinnvoll, wenn Sie in einem von Zecken verseuchten Gebiet wohnen

 

2. Coronavirose

Erreger: Corona-Viren, die vor allem bei nass-kaltem Wetter lange in der Umwelt überleben können

Ansteckung: durch direkten Kontakt mit infizierten Hunden oder durch deren Kot

Krankheitszeichen: Durchfall, der bei Welpen oder geschwächten Hunden schlimmstenfalls sogar zum Tode führen kann. Das Virus kann den Hund auch anfällig machen für weitere Erkrankungen, da es auch andere innere Organe und die Atemwege befallen kann.

Gefährdung: Hunde mit viel Kontakt zu Artgenossen; auch Hunde, die viel Stress ausgesetzt sind wie z. B. Arbeitshunde

Impfempfehlung: für Hunde, die häufig engen Kontakt mit Artgenossen haben, z. B. in Tierpensionen, bei vorübergehenden Zwingeraufenthalten, bei Hundeschauen etc.

 

3. Hunde-Hepatitis (Hepatitis contagiosa canis, HCC)

Erreger: Viren

Ansteckung: durch den Kontakt mit dem Urin infizierter Hunde oder auch eventuell durch entsprechend verschmutztes Futter oder Wasser

Krankheitszeichen: Fieber, Erbrechen, Durchfall, Apathie, Schmerzen im Bauchbereich oft tödlicher Verlauf; überlebende Hunde leiden an chronischer Leberentzündung

Gefährdung: alle Hunde

Impfempfehlung: alle Hunde

 

4. Leptospirose

Erreger: Bakterien, sog. Leptospiren, die über den Urin infizierter Tiere (z. B. Mäuse, Hunde, Nutztiere) in die Umwelt gelangen

Ansteckung: Hunde infizieren sich häufig über brackiges Pfützenwasser oder Erde mit Leptospiren. Die Bakterien können aber auch bei der Paarung oder über Bisse und Wunden übertragen werden.

Leptospirose kann auch auf den Menschen übertragen werden

Krankheitszeichen: schlechtes Allgemeinbefinden, da innere Organe wie Leber und Nieren befallen werden – tödlicher Verlauf möglich

Gefährdung: alle Hunde

Impfempfehlung: alle Hunde, in Risikogebieten Impfschutz ggfs. halbjährlich auffrischen

 

5. Parvovirose

Erreger: sehr widerstandsfähige Viren, die lange außerhalb des Hundes überleben können

Ansteckung: praktisch überall möglich, da die Viren aus dem Kot infizierter Tiere an Schuhen, Händen Kleidung, dem Fell anderer Tiere haften können

Krankheitszeichen: plötzlicher, heftiger, wässrig-blutiger Durchfall, Erbrechen und hohes Fieber; Austrocknung aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlustes; überlebende Tiere sterben später häufig an Herzversagen durch eine Herzmuskelentzündung

Gefährdung: alle Hunde

Impfempfehlung: möglichst frühzeitige Impfung – ab der 4. Lebenswoche – für alle Hunde

 

6. Staupe

Erreger: Staupe-Viren

Ansteckung: direkter Kontakt mit Kot, Blut oder Schleim eines infizierten Tieres (nicht nur andere Hunde, sondern auch z. B. Fuchs, Waschbär, Frettchen u.a.)

Krankheitszeichen: das Staupevirus befällt u. a. Organe und Zellen des Atmungs-, Verdauungs- und Nervensystems, deshalb häufig Durchfall, Erbrechen, Fieber, Ausfluss aus Augen und Nase; Schwächung des Immunsystems, daher auch weitere Infektionen möglich

Gefährdung: besonders gefährdet sind ungeimpfte Welpen und Junghunde, doch auch ältere Hunde können vom Virus befallen werden

Impfempfehlung: alle Hunde, in gefährdeten Gebieten frühzeitige Impfung ab der 4. Lebenswoche

 

7. Tollwut

Erreger: Viren

Ansteckung: Durch Bisse infizierter Tiere und den Kontakt mit verseuchtem Speichel, in unsern Breiten ist der Fuchs der Hauptüberträger der Erkrankung

Meldepflichtige Erkrankung, die auch auf den Menschen übertragen werden kann

Krankheitszeichen: Vermehrtes Speicheln, deutliche Verhaltensveränderungen und Störungen des Nervensystems

Behandlung: nicht möglich; Krankheit verläuft immer tödlich

Gefährdung: alle Hunde

Impfempfehlung: alle Hunde (fast alle Länder verlangen einen Impfnachweis bei der Einreise eines Hundes)

 

8. Zwingerhusten

Erreger: Viren und Bakterien

Ansteckung: direkter Kontakt mit infizierten Artgenossen

Krankheitszeichen: Trockener, anfallsartiger Husten, der vor allem bei Anstrengung oder Aufregung auftritt; auch feuchter Husten mit Niesanfällen und Augenausfluss kommt vor; mitunter kommt noch eine Lungenentzündung hinzu

Gefährdung: Besonders Hunde, die viel engen Kontakt mit Artgenossen haben, z. B. in Tierpensionen, Hundeschulen, Hundesalons, auf Hundeschauen, aber auch beim gemeinsamen Toben, auf Wanderungen u. ä. m.

Impfempfehlung: Nicht generell

 

Gastartikel von www.hundeverstand-ac.de

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Kommentar

Alois | am 31. Mai 2011 um 16:47 Uhr

Bei der Impfung gegen Borreliose bin ich überhaupt nicht ihrer Meinung. Zurzeit gibt es nur einen Impfstoff gegen Borreliose bei Hunden und dieser Wirkstoff bekämpft einen Borreliosestamm, der in Europa nur sehr selten ist, anders als in den USA, wo er entwickelt wurde. Achten Sie lieber auf die Symptome und verabreichen Sie rechtzeigig Antibiotika. Die helfen fast immer, wenn sie früh genug zum Einsatz kommen.

Siegrid | am 31. Mai 2011 um 22:38 Uhr

Heutzutage finde ich es auch schon fast wichtig, dass man hier auch noch Leishmaniose erwähnt. Sie wird von Sandmücken übertragen, wobei der eigentliche Auslöser dann die Würmer dieser sind. Verbreitet ist die Krankheit vor allem in den südlicheren Ländern, es gibt sie allerdings auch schon in Österreich, der Schweiz und Süddeutschland.

Wirkliche Abhilfe schaffen hier eigentlich nur Mittel, die die Mücken abhalten beziehungsweise regelmäßige Entwurmungen. Man muss allerdings auch dazu sagen, dass die Krankheit nicht immer ausbrechen muss, wenn ist sie allerdings tödlich, wenn zu spät erkannt.
Wusste bis vor einiger Zeit auch nichts davon und war eigentlich kein Freund von vorsorglichen Behandlungen, aber seit der Hund meiner Nachbarin infiziert wurde (und nicht im Urlaub, sondern “zuhause”) bin ich da sehr vorsichtig und verwende zumindest im Sommer, wenn wir lange draußen sind Advantix.

Ole | am 5. Juni 2011 um 22:26 Uhr

Vorbildlich, dass hier immer soviel geschrieben wird.