Alternative Tierheilverfahren in Eigenregie anwenden – so wird’s ein Erfolg


Ratgeber, Forenbeiträge und Artikel in den Medien suggerieren uns, dass eine Behandlung mit alternativen Therapien auch für Laien leicht zu bewerkstelligen ist. Ein homöopathischer Ratgeber hier, ein Therapievorschlag dort – scheint ja alles nicht so schwer zu sein. Also schnell ein Blick ins Buch und los geht’s mit der Therapie. Doch nach zwei oder drei Tagen, wenn der erhoffte Erfolg auf sich warten lässt, stellt sich oftmals die große Enttäuschung ein und schnell kommen einem Gedanken wie: “Traditionelle chinesische Medizin? Alles Schrott – das bringt doch überhaupt nichts.“

Somit bekommt eine Behandlungsmethode, die, richtig angewandt, eine Fülle von Möglichkeiten bietet, oftmals keine Chance mehr. Bei meiner Arbeit als Therapeutin stoße ich häufig auf großes Erstaunen, wenn ich meinen Klienten erkläre, warum dieser oder jener selbst ersonnene Therapieversuch fehlgeschlagen ist. Denn gerade alternative Behandlungsmöglichkeiten sind sehr individuell und ein Therapieplan wird unter viel mehr als nur dem Aspekt der Krankheit erstellt.

Natürlich spricht überhaupt nichts gegen das eine oder andere alternative Mittelchen in der Hausapotheke. Man sollte aber einige wichtige Dinge beachten:

Bei den ersten Krankheitsanzeichen zum Fachmann
Oft bemerkt der Tierhalter eine vorliegende Erkrankung erst dann, wenn es dem Tier schon richtig schlecht geht. Man sollte daher bei Krankheitsanzeichen grundsätzlich erst einmal fachkundigen Rat einholen. Die Selbsttherapie ist ausschließlich für leichte, kurzfristig auftretende Krankheiten geeignet, beispielsweise bei einer leichten Verbrennung oder einem kleinen Schnupfen.

Trauen Sie nur seriösen Informationsquellen
Achten Sie darauf, woher Sie Ihre Informationen beziehen. Schauen Sie sich die Herausgeber bzw. Autoren beim Bücherkauf oder dem Besuch von Webseiten genau an! Recherchieren Sie gegebenenfalls die Namen der Autoren, zum Beispiel im Internet, um mehr über sie zu erfahren.

Nehmen Sie nicht von jedem Therapievorschläge an
Wer Informationen zur Tiertherapie im Internet sucht, wird oft in Foren fündig. Doch Vorsicht bei Medikationsvorschlägen oder Therapieanweisungen! Da die meisten Therapiepläne individuell festgelegt werden, lässt sich ein Therapieerfolg nicht zwangsläufig auf andere übertragen. Der Rat „Probier doch mal dieses Mittel, das hat bei uns auch gut geholfen!“ funktioniert in den seltensten Fällen. Bleiben Sie kritisch, wenn Ihnen jemand ein Mittel oder eine Dosierung vorschlägt. Erfreulicherweise verbieten immer mehr verantwortungsvolle Forenbetreiber den Forumsteilnehmern, Medikationsvorschläge oder Therapieanweisungen zu erteilen. Trauen Sie nicht Hinz und Kunz und lassen Sie sich auf keinen Fall von selbsternannten Experten bei der Therapie Ihres Tieres beeinflussen!

Arbeiten Sie mit Therapeuten zusammen
Wenn Sie in Eigenregie zur Tat schreiten wollen, beispielsweise bei der Zusammenstellung einer homöopathischen Hausapotheke, lassen Sie sich von Ihrem Tierheilpraktiker oder Tierarzt beraten. Wenn Sie irgendwo einen interessanten Therapieansatz gefunden haben, besprechen Sie ihn vor der Anwendung mit Ihrem Therapeuten. Offenheit und Vertrauen sind die Basis einer guten Zusammenarbeit. Ein guter Therapeut wird Sie unterstützen, sich mit Ihren Ansätzen auseinandersetzen, mit Ihnen Pro und Contra abwägen und Ihnen genau erklären, wo die Grenzen der Selbsttherapie liegen.

Hände weg von Hochpotenzen
Benutzen Sie ausschließlich Potenzen im Bereich D2-D30 und auch diese Potenzen nur über einige Tage. Alle anderen Potenzen (D100, C30, C200, LM usw.) gehören in die Hände erfahrener Therapeuten.

Kaufen Sie Mittel und Medikamente nur im Fachhandel
Kaufen Sie nur dort, wo Sie auch fachkundig beraten werden, zum Beispiel in der Apotheke, beim Tierarzt oder Tierheilpraktiker. Bleiben Sie kritisch gegenüber frei verkäuflichen (teuren) „Wundermittelchen“. Bitten Sie Ihren Therapeuten um Rat, bevor Sie zusätzliche Mittel kaufen.

Humanmedizin ist nicht gleich Veterinärmedizin
Was dem Menschen gut tut, kann für das Tier schädlich oder gar tödlich sein. Wenden Sie daher niemals Hausmittelchen oder gar Medikamente am Tier an, ohne vorher Rücksprache mit einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker zu halten.

 

Gastartikel von Kerstin Juhnke
www.adjuthera.de
www.facebook.com/adjuthera

 

 

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Kommentar

Eike Lubetzki | am 17. Juni 2011 um 10:18 Uhr

Schöner Artikel mit Aussagen, denen ich zustimme. Eine Abklärung der Ursachen einer Erkrankung sollte immer stattfinden, dass ist bei den meisten Hunden mit deutlichen Symptomen meiner Erfahrung nach allerdings auch der Fall.

Zur alleinigen Behandlung mit alternativer Medizin sollte das Tier auf jedem Fall einem erfahrenen Therapeuten vorgestellt werden, der dann den geeigneten Therapieplan ausarbeitet.

Doch kann die alternative Medizin, speziell mein Fachgebiet der Chinesischen Medizin, auch unterstützend oder vorbeugend eingesetzt werden. Entweder unter Anleitung des behandelnden Therapeuten (so mache ich dies grundsätzlich, um den Halter mit in die Therapie einzubeziehen) oder auch mit Tipps von Experten aus dem Internet.

Was ich allerdings etwas merkwürdig finde, ist das hier über homöopathische Therapie nach einem Ratgeber gesprochen wird und dann der Ausspruch kommt: “Traditionelle chin. Medizin – alles Humbug”, da das eine mit dem anderen nichts zu tun hat…

Viele Grüße,
Eike Lubetzki