
Naturheilkunde für Tiere – Was bedeutet das überhaupt?
Bevor ich anfange etwas über dieses Thema zu erzählen, möchte ich mich kurz vorstellen: Ich heiße Fériel Barkat, bin Tierheilpraktikerin in Aschaffenburg (mobile Praxis) und praktiziere seit dem Sommer 2007. Das Zusammenleben und die Arbeit mit den Tieren ist für mich etwas Wunderbares, unbeschreiblich Schönes und Unersetzliches. Auf meiner Homepage können Sie sich einen Überblick über mich und meine Therapien verschaffen.
Man kann sehr viel über die Naturheilkunde erzählen, ich werde versuchen, Ihnen eine kleine Einführung zu diesem großen Thema zu geben.
Naturheilkundlich behandeln, heißt vom Erfahrungsschatz der Natur zu lernen und ihre heilenden Möglichkeiten anzuwenden.
Aus den Schätzen der Naturheilkunde entstand das Wissen der Alternativmedizin, z. B. das der Phytotherapie oder das der Homöopathie.
Diese Behandlungsmethoden können natürlich nicht nur dem Menschen, sondern auch den Tieren zugute kommen.
Eine naturheilkundliche Annäherung in der Tierheilkunde bedeutet, das Tier ganzheitlich zu beobachten, zu halten und zu behandeln. Mit Ganzheitlichkeit ist in diesem Zusammenhang gemeint, dass es einem stets bewusst sein sollte, dass Körper, Psyche und Seele eine Einheit bilden.
Der Begriff ganzheitlich kann aber auch bedeuten, wenn nötig, schulmedizinisch einzugreifen. Schulmedizin und Naturheilkunde können in bestimmten Fällen gut Hand in Hand zusammenarbeiten.
Tiere sind unsere Lehrmeister und halten uns oft den Spiegel vor.
Wir lernen von ihnen und wenn bei ihnen etwas nicht in Ordnung ist, sollten wir nach den Ursachen fragen.
Sie haben es mehr als verdient, dass man sich um sie kümmert. Sie lieben uns bedingungslos und sind immer da, wenn wir sie brauchen, wenn wir Kummer haben, sowie seelische oder physische Schmerzen. Sie erkennen oft im Voraus, wenn etwas in der Luft liegt.
Wichtige Fragen im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung beim Zusammenleben mit einem Tiergefährten, die sich ein Halter stellen sollte:
– In welcher Umwelt und unter welchen Bedingungen lebt mein tierischer Begleiter?
– Welche Ernährung benötigt mein Tier?
– Wie ist das Verhalten meines Tierfreundes (tägliche Beobachtung)?
– Hat er/sie genug Bewegung?
– Gebe ich ihm/ihr genug Aufmerksamkeit und Liebe?
– Gebe ich mir Mühe und Zeit, meinen Tiergefährten zu verstehen?
– Woher kommt er/sie, bzw. wie war seine/ihre Vergangenheit?
Auch wenn Tiere große Selbstheilungskräfte besitzen, ist es dennoch wichtig sich selbst zu fragen: Was kann ich ändern, optimieren (auch an oder in mir), damit mein tierischer Begleiter gesünder und glücklicher wird?
Bei meinen Therapien, Behandlungen und Erfahrungen mit den Tierpatienten achte ich auf die bereits erwähnte Ganzheitlichkeit. Also Therapien anzuwenden, die Lebensqualität auf Dauer gewähren.
Ein entsprechendes Beispiel für den Einsatz eines naturheilkundlichen Heilmittels sind die biologischen Komplexheilmittel, welche ich bei der Behandlung einer schwerwiegenden Krebserkrankung einer Katze angewendet habe.
-Biologische Komplexheilmittel sind Aufbereitungen mehrerer homöopathischer Einzelmittel in einem Präparat, die in ihrer Wirkung zusammen passen, um auf körperliche sowie seelische Beschwerden zu wirken.-
Die Katze hat ein Fibrosarkom (das kann von jahrelang wiederholtem Impfen entstehen, oft an der gleichen Stelle). Ein Großteil des Tumors wurde entfernt, jedoch nicht alle vom Krebs befallenen Zellen. Das Wachstum der noch vorhandenen Tumorzellen konnte ich mit den biologischen Komplexheilmitteln erheblich verlangsamen. Die Katze hat bis heute dadurch noch an Lebensqualität gewonnen und erlebt ihren Alltag fröhlich und munter bis heute, anderthalb Jahre nach der OP, wobei einige Tierärzte gesagt hatten, sie habe maximal noch 6 Monate nach der OP zu leben. Mittlerweile steht aber auch die behandelnde Tierärztin der Therapie wohlwollend gegenüber.
Der Schlüssel zur Aufrechterhaltung der Gesundheit, bzw. einer von mehreren, ist das Immunsystem. Es ist wichtig, die Selbstheilungskräfte der Zellen wieder zu reaktivieren und zu fördern. Eins dürfen wir nicht vergessen: Der Organismus wird täglich „subtil“ vergiftet von Umweltverschmutzung, Essensirrtümern, wenig Bewegung und negativem Stress, um nur einige Faktoren zu nennen. Daher ist Entgiftungsarbeit von Bedeutung, damit der Organismus seine Nährstoffe, die er braucht, wieder auf gesunde Art und Weise aufnimmt. Vorbeugung ist die halbe Miete, denn in diesem Fall heißt es das Immunsystem zu stärken. Dies erfolgt mit naturheilkundlichen Mitteln (Tees, homöopathische Mittel, klassische oder moderne Homöopathie, etc.), positive Lebenseinstellung, Bewegung und ausgewogene naturbelassene Ernährung.
Letzteres ist leider ein oft vernachlässigtes Thema. Eine gute Ernährung ohne synthetische Konservierungsmittel, Farbstoffe, Lockstoffe, beeinflusst das Immunsystem positiv, dessen Hauptzentrum der Darm mit seinem gut besiedelten bakteriellen Milieu ist. Nicht nur die weißen Blutkörperchen schützen uns. Der Darm hat nach dem Gehirn die zweitgrößte Nervendichte. Deshalb können wir nach emotionalen, verletzenden Erfahrungen auch Probleme mit der Verdauung haben. Somit schwächen wir unser Immunsystem durch negativen Stress. Mit „wir“ meine ich Mensch und Tier! Da sehe ich keinen Unterschied.
Es gibt jedoch auch Erkrankungen, deren Behandlungsweise eine sofortige Anwendung gezielt schnell wirkender Mittel benötigen, manchmal sogar gezielt nur auf die Erkrankung. Die Symptome einer Erkrankung behandeln trotz dem Verdacht, dass sie auf unterschiedliche Ursachen zurück zu führen sind (akute, chronische, durch Bakterien oder durch eine psychische Belastung hervorgerufen).
Ein Beispiel davon ist die akute Blasenentzündung. Vorausgesetzt diese wurde früh erkannt, wendet man u.a. das homöopathische Mittel Cantharis D6 mehrmals am Tag an. Cantharis D6 ist meist das Mittel der Wahl bei Blasenentzündungen.
Sollte nach wenigen Tagen die Medikation nicht ausreichen, sollte man sie verstärken mit zusätzlichen Mitteln. Meiner Erfahrung nach klingt die Entzündung nach einer Woche ab. Wenn nicht, sollte man schnell überlegen, schulmedizinisch zeitgleich zu therapieren.
Parallel zu einer schulmedizinischen Behandlung sollte die homöopathische Anwendung weiterlaufen, sowie noch eine gewisse Zeit nach der Genesung. Dies dient der Entgiftung des Organismus und der Organstärkung.
Naturheilkunde ist viel mehr als anwendbare Arzneimittel und deren Behandlungsweise.
Sie setzt eine gute Kenntnis der biochemischen Vorgänge und Zusammenhänge im Körper voraus. Wie die Organe funktionieren, welchen Einfluss sie haben, sowie auf die Psyche und umgekehrt auch.
Das Spektrum an Therapien hat eine beeindruckende Bandbreite im naturheilkundlichen Bereich: Bach-Blüten, Schüßler Salze, Homöopathie, Phytotherapie aber auch weitere alternative Therapien wie z. B. Akupunktur, Akupressur, Physiotherapie etc.
Akupressur u.a. hilft, Spannungen (Blockaden) zu lösen, beispielsweise am Rücken beim Pferd, wenn es falsch geritten wird bzw. sehr belastet wurde, bei einem Hund mit Arthrose, oder bei einer Katze vor dem Tierarzt-Besuch oder bei Nierenschwäche durch eine Massage (oder leichten Fingerspitzendruck) auf die „Nieren-Blase-Akupunkte für die Anregung der Nierendurchblutung.
Somit entsteht Entspannung und die Erkrankung oder die Schmerzen werden gelindert und sogar vorgebeugt, da Stress dank dieser Therapie abgebaut werden kann. Aus meiner Sicht ist die Akupressur eine tolle Begleittherapie, die sogar das Band zwischen Therapeuten und Patienten oder Halter-Patienten stärkt. Teamarbeit ist angesagt.
Tiere untereinander sind seit jeher aber auch ihre eigenen Therapeuten: Eine Katze, die sich das Bein mehrmals leckt oder den Nacken ihrer Artgenossen ganz vorsichtig und hingebungsvoll mit der Zunge geduldig massiert. Intuitiv merken die Tiere, wenn etwas nicht stimmt. Wie so häufig hat auch hier der Mensch von den Tieren / von der Natur gelernt.
Von ihnen sollten wir weiterhin lernen, mit Demut, Dankbarkeit, Achtung und Respekt.
Gastartikel von Fériel Barkat
www.tierheilpraxis-ab.de
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