
Ohne Ziel kein Weg – erfolgreich Hunde trainieren
Wer mit einem Hund zusammenlebt, kann meist abendfüllende Geschichten erzählen. Sei es, dass der Hund abgehauen ist, sich den Sonntagskuchen geklaut hat oder an der Nachbarin in der weißen Hose mit seinen Schlammpfoten hochgesprungen ist.
Die Gründe, weshalb man mit seinem Hund an einem Verhalten trainiert, sind vielfältig. Entweder geht es um das Lernen oder Festigen der Grundsignale oder um das Lösen von alltäglichen (oder auch größeren) Problemen.
Um dabei erfolgreich zu sein, gibt es einen wichtigen Faktor. Und der heißt: „Was ist mein Ziel“? Klingt selbstverständlich, wird aber in der Regel ziemlich vernachlässigt. Wenn ich Kunden frage „Was möchten Sie erreichen?“ bekomme ich oft zu hören „Er soll die Leute nicht mehr anspringen“ oder „er soll nicht mehr bellen, wenn es klingelt“ oder „er soll nicht an der Leine ziehen“.
Alles Beispiele dafür, was der Hund also nicht mehr machen soll. Die Frage ist aber, was soll er denn stattdessen tun? Solange der Fokus des Menschen auf dem liegt, was unerwünscht ist, wird unbewusst dieses Verhalten durch besondere Aufmerksamkeit aufrechterhalten. Es ist wie eine selbstbestätigende Prophezeiung, denn unser Gehirn kann sich die Wörter „nicht“, „nein“ und „kein“ nicht vorstellen. Was bleibt also aus den Zielen übrig? „Er soll bellen, wenn es klingelt“ oder „er soll die Leute mehr anspringen“. Bestimmt kennen Sie das auch von anderen Situationen. Der Vorsatz „ich esse keine Schokolade mehr“ führt dazu, dass die Gedanken immer mehr um die Schokolade kreisen….
Indem Sie verstärkt beim Hund das beobachten, was Sie stört, reagieren Sie entsprechend sensibler auf das unerwünschte Verhalten. Es entsteht ein Teufelskreis: Der Hund bekommt für das, was er nicht tun soll, negative Aufmerksamkeit, was im schlimmsten Fall das Verhalten verstärkt oder zumindest aufrechterhält.
Wie sieht die Lösung aus?
Zu allen Sachen, die wir nicht mehr haben möchten, gibt es auch ein Gegenstück.
- Aus „er soll nicht mehr an der Leine ziehen“ wird dann ein „er soll an der lockeren Leine laufen“.
- Statt „er soll nicht bellen, wenn es klingelt“ kann werden „er soll ruhig im Körbchen liegen, wenn es klingelt“
Indem Sie Ihren Fokus verändern, ergibt sich ein wirkliches Ziel, auf das Sie hinarbeiten können. Sie wissen nämlich dann, was der Hund tatsächlich machen soll und können genau das mit ihm trainieren. Erwünschtes Verhalten wird belohnt, unerwünschtes Verhalten wird durch vorausschauendes Handeln verhindert. Hundetraining umfasst natürlich noch weitere Faktoren, aber nur mit einem konkreten Ziel erzielen Sie letztendlich Erfolge. So macht das Trainieren beiden Seiten mehr Spaß: Ihnen, weil Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die positiven Seiten richten und dem Hund, weil er endlich weiß, was er tun soll! Und zum guten Schluss… denken Sie jetzt bitte nicht an einen rosa Elefanten
Gastartikel von Britta Ashoff
systemischer Coach und Inhaberin von
www.respekTier.de
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