Wozu gibt es eigentlich Tierernährungsberater?


Helena A. und ihr Lebensgefährte erfüllen sich Ihren Traum. Schon lange suchen sie nach einem Kooiker-Welpen, den sie nun endlich in Holland erwerben können.
Die nette Züchterin gibt ihnen ein Trockenfutter mit und den guten Rat, dem Welpen täglich 150 g zu geben, aber ja nicht mehr, da er sonst zu dick wird.

Wozu gibt es eigentlich Tierernährungsberater?

Wozu gibt es eigentlich Tierernährungsberater?

Gesagt, getan, als das Futter aufgebraucht ist, geht man eben zum nächsten Fachgeschäft, kauft dort ein gutes Dosenfutter, weil es für Welpen einfach besser sein soll und füttert weiter die 150 g. Der Welpe ist anstrengender wie gedacht, gibt keine Ruhe, schläft kaum, wird zunehmend aggressiv und beißt sogar sein Herrchen. Bereits nach der ersten Woche recherchiert man im Internet nach einem Hundepsychologen, der daheim versucht das Problem über die Herstellung der Rangordnung zu beheben. Spazieren gehen ist mit dem jungen „Jan“ auch ein Problem.

Alles versucht er zu fressen, jeden Abfall schlingt er hinunter, sogar Kot von anderen Hunden. Da muss er ja wahrscheinlich einen Mangel haben, also versucht man diesen mit Hilfe eines Tierernährungsberaters zu beheben – zum Glück! Das Internet macht es möglich, unter www.tierernährungsberater.de fand man mich.

Schon nach wenigen Sätzen konnte ich erfassen, was passiert war. Die Erstlings-Hundebesitzer hatten nicht geahnt, dass es sich bei Trockenfutter um ein Konzentrat handelt und man die Menge nicht einfach auf ein Nassfutter übertragen kann. Anhand des Endgewichtes eines Kooikers errechnete ich die notwendige Menge an Nassfutter und kam so auf 375 g täglich, anstatt der gefütterten 150 g. Dazu erstellte ich für „Jan“ eine Welpenwachstumskurve, bei der sich das Defizit schon deutlich zeigte.
Er lag um mehr als ein Kilo unter dem möglichen Welpengewicht. Bei dem gekauften Futter waren nicht nur synthetische Vitamine sondern auch EG-Zusatzstoffe beigesetzt.
Die Auswirkungen dieser unnötigen Chemie erklärte ich meinen Kunden und auf Wunsch empfahl ich dann Futtersorten, welche so etwas nicht enthalten. Auf eine Umstellung auf das moderne Barfen verzichtete ich, da beide Hundehalter voll berufstätig und sowieso schon mit dem Welpen leicht überfordert sind. Schon nach wenigen Tagen brauchte man keinen Hundepsychologen mehr. Die Hyperaktivität und Aggressivität hatten ein Ende: Der Welpe hatte einfach nur Hunger.

Ein gut ausgebildeter Tierernährungsberater wird Ihnen nicht nur ein „sehr gutes“ Futter verkaufen wollen. Er sollte Ihnen auch nicht nur sagen können, dass die Rohfleischfütterung das artgerechteste ist und daran kein Weg vorbei führt. Ein guter Tierernährungsberater hört Ihnen erst einmal genau zu und erstellt mit Ihnen zusammen einen Erhebungsbogen (Anamnese) wenn die Ursache des Problems nicht gleich offensichtlich ist. Entsprechend Ihrer Lebenssituation werden Ihnen dann Lösungen angeboten. Wann braucht man nun einen Tierernährungsberater? Auf alle Fälle bei einem Welpen, denn die im ersten Jahr gemachten Fütterungsfehler sind oft nicht mehr reparabel. Meist wachsen die Welpen zu schnell und das kann man nur beim Vergleich mit einer Wachstumskurve erkennen. Genauso oft werden sie zu einseitig ernährt und entwickeln einen „sensiblen“ Darm. Große oder HD-gefährdete Rassen sollten im Wachstum auch gleich etwas für stabile Gelenke erhalten. Jeder Züchter tut gut daran, sich mal mit einem Tierernährungsberater zusammen zu setzen.

Wozu gibt es eigentlich Tierernährungsberater?

Wozu gibt es eigentlich Tierernährungsberater?

Ist der Hund übergewichtig, so wird der Tierernährungsberater eine Reduktionskurve erstellen, die Nahrung umstellen, damit der Hund ohne Hungergefühl seine Pfunde losbekommt, und das in der Geschwindigkeit, wie es für seinen Körper optimal ist. Immer gern stelle ich einen geeigneten und bereiten Kunden auf eine tolle Art der Versorgung – der Rohfleischfütterung/BARF – um. Entweder nehme ich ihn gleich mit in eines meiner Seminare, damit er lernen kann was er unbedingt beachten muss, oder ich erstelle ihm fertige Wochen- oder Monatspläne. Aber natürlich sind wir auch Ansprechpartner bei häufigem Durchfall, Gras fressen, Erbrechen, Unverträglichkeiten etc. Jeder verantwortungsbewusste Tierernährungsberater wird eng mit einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker zusammen arbeiten, denn nicht jede Unpässlichkeit hängt nur mit dem Futter zusammen.

Artgerechte Tierernährung

Artgerechte Tierernährung

Gastartikel von Heidi Herrmann
www.tierernährungsberater.de

 

 

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