
Einzeltraining oder Gruppentraining?
Heutzutage haben Hundeschulen vielfältige Angebote. Die meisten bieten Gruppenkurse an. Aber ist das wirklich für jeden Hundehalter und seinen vierbeinigen Partner die optimale Lösung in überschaubarer Zeit? Insbesondere Einzeltraining könnte ein interessanter Lösungsansatz sein, vor allem bei besonderen Erziehungsproblemen. Soll der Hund trotzdem Kontakte mit anderen Hundekollegen haben? Das eine schließt das andere nicht unbedingt aus!
Was versteht man also unter Einzeltraining oder Gruppentraining?
Im Gruppentraining üben mehrere Hunde und ihre Besitzer in einer Gruppe unter Anleitung eines Trainers oder Trainerin.
Im Einzeltraining üben nur ein Hund mit seinem Besitzer (oder mit mehreren Familienmitgliedern) unter Anleitung eines Trainers oder Trainerin.
Was sind die Vor- und Nachteile dieser Methoden?
Gruppenkurse – Nachteile:
- Von allen Teilnehmern wird immer das selbe verlangt, aber nicht alle bringen die selben Vorkenntnisse mit
- Nicht alle Teilnehmer haben die selben Ziele oder Probleme, dennoch sollen alle das selbe üben.
- Jeder Teilnehmer ist einer von vielen, deshalb werden Fehler oft nicht bemerkt.
- Wenn Fehler nicht sofort korrigiert werden, festigen sie sich ungewollt. Es gibt kaum Fortschritte oder unbefriedigende Ergebnisse.
- Werden Hausaufgaben vergeben – wenn überhaupt – können die Ergebnisse nicht bei jedem Teilnehmer kontrolliert oder verbessert werden, die Stunde wäre recht schnell vorbei.
- besondere Problemfälle werden in Gruppen “hinten an gestellt” oder müssen die Gruppe verlassen. Vom Zugucken lernen Problemhunde nicht!
- Jeder Hund wird durch andere Hunde stark abgelenkt – auch die Hundehalter können sich dadurch schlechter konzentrieren. Ohne vorher schon einen Teilerfolg zu haben, müssen alle trotzdem mitmachen und sich zu allen Aufgaben zwingen. Frust, Stress und Ungeduld sind häufige Begleiter
- Hunde verhalten sich anders in unmittelbarer Nähe von anderen Hunden. Auch gewöhnen sie sich an die anderen Gruppenhunde durch die wiederholten Treffen. Im Alltag sind die Situationen aber ganz anders, z.B. begegnet man nur vereinzelt mal einem fremden Hund. Das wird in der Gruppe aber nie geübt.
- Völlig an der Realität vorbei arbeiten Hundeschulen, die alle Hunde erst miteinander “spielen” lassen und danach üben. Das gaukelt den Besitzen einen scheinbar ruhigen Hund vor, der aber vom Spiel nur ausgepowert ist. Auch kann man draußen seinen Hund nicht immer erst mit anderen spielen lassen, und danach erst Ruhe und Folgsamkeit erwarten. Aber ausgerechnet Stressfreiheit ohne vorherige Kontaktmöglichkeiten ist doch die Herausforderung im Alltag mit Hunden überhaupt.
- Zu häufiges Gruppentraining entspricht nicht dem Alltag. Der Hund konditioniert sein Verhalten nur bezogen auf seine Erfahrungen in der gewohnten Gruppe und an diesem Ort. In fremder Umgebung funktioniert das Gelernte längst nicht in gleicher Weise. Frauchen wundert sich, warum der Hund sich auf einmal nicht so benimmtt wie gewohnt, der Hund konzentriert sich nur noch auf die Neuigkeiten.
- Keinesfalls hilft es, viele Hunde aller Rassen gleichzeitig und ohne Berücksichtigung des Alters eine Stunde lang miteinander “herumtoben” zu lassen. Schule ist Lernen fürs Leben und nicht Rennen bis zum Abwinken, damit man abends vor dem müden Hund seine Ruhe hat.
- Auch wenn “nur” gespielt wird, sollten die Hunde in kritischen Momenten abrufbar sein. Das setzt wiederum einen guten Grundgehorsam voraus
Vorteil des Gruppentrainings:
- Hunde, die bereits einen guten Grundgehorsam beherrschen, vertiefen Gelerntes unter Ablenkung durch andere Teilnehmer.
- Je besser die Hunde vor geschult sind, desto anspruchsvoller und realitätsnaher können die Alltagsübungen sein.
Fazit: Mit intensiv vor geschulten Hunden bringt Gruppenarbeit sehr gute Ergebnisse für den Alltag.
Das Gruppentraining sollte an realistischen Orten stattfinden und nicht auf bestimmten Plätzen.
Die Teilnehmer sollten sich nicht zu gut kennen lernen.
Nachteile des Einzeltrainings:
Mir fallen keine Nachteile ein, es sei denn Sie wüssten welche? Übrigens schließt Einzeltraining den Kontakt mit anderen Hunden nicht aus. Im Gegenteil. Durch die individuelle Betreuung kennt ein Trainer seine Schüler so gut, dass er sinnvolle Kontakte z.B. mit anderen bekannten Hunden fördern kann.
Vorteile des Einzeltrainings:
Da der Hund auf jedes Familienmitglied individuell reagiert, können auch modifizierte Lösungsansätze erarbeitet werden, z.B. Kind und Hund
Im Einzeltraining können Schüler und Trainer flexibel sein mit den Inhalten und Zeitabständen für den Unterricht und für die Hausaufgaben.
Alle Fehler werden im Einzeltraining sofort bemerkt und korrigiert.
Schnelle Fortschritte in überschaubarer Zeit. Dadurch ein besseres Preis-Leistungsverhältnis.
Weitere Informationen:
Hunde 1×1 in Datteln, Ulrike Backes
Übrigens:
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Gastartikel von Ulrike Backes
Hundeerziehung
http://hunde1x1.blogspot.com
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Doni | am 1. Juli 2011 um 17:23 Uhr
Wir arbeiten mit verhaltensauffällig gewordenen, nicht ausgelasteten Hütehunden, meist Border Collies. Die Stereotypien, die sie mitbringen, werden meist ausschliesslich zu Hause gelebt, ob es nun permanentes Zaunkläffen-und-Zaunrennen ist oder Blickfixieren toter Gegenstände, oder auch unkontrolliertes “Hüten” von beispielsweise Laufenten hinter dem Zaun und damit verbundenes Pendeln bis zum Umfallen. Bei solchen Hunden bringt eine Gruppenstunde am Hundeplatz zumindest in diesem Zusammenhang nichts. Einziger Nachteil von Einzeltraining, der mir einfällt: Halter können sich beim Üben der anderen einiges abschauen. Dann gibts natürlich auch die durchaus konstruktiven Gespräche zwischen “geplagten Hunde-Eltern”…


















Sanne | am 1. Juli 2011 um 15:35 Uhr
*Daumenhoch* für diesen Beitrag!!!!