Mantrailing – Nasenarbeit für den Hund


Weil Bacardi, unser Malteserrüde, sehr unternehmenslustig ist und sich immer freut, wenn er körperlich und geistig gefordert wird, mache ich ab und zu spezielle Kurse mit ihm in einer Hundeschule. Als mir eines Tages auffiel, wie er die Spur einer Katze, die kurz vorher durch unseren Garten gelaufen war, mit tiefer Nase spurgenau verfolgte, keinen Winkel und keine Kurve ausließ, kam ich auf die Idee, mit Bacardi einen Mantrailing-Kurs zu belegen.

Mantrailing-©-Carola-Schubbel-Fotolia.com

Mantrailing-©-Carola-Schubbel-Fotolia.com

Beim Mantrailing, einer Art Spurensuche, verfolgt der Hund die Spur eines Menschen. Personensuchhunde werden so ausgebildet, die dann bei der Suche nach vermissten Personen, wie zum Beispiel verunfallten Wanderern oder Skifahrern, Demenzpatienten oder Kindern, die sich verlaufen haben, zu suchen. Hunde haben einen so gut ausgeprägten Geruchssinn, dass sie Menschenspuren noch nach mehreren Tagen verfolgen können, selbst wenn sich schon sehr viele andere Personen danach dort aufgehalten haben. Sie können auch viele Meter tief im Schnee oder unter Wasser vermisste Personen aufspüren.

Mantrailing kann in der Stadt oder auch in Wald, Wiesen und Feldern geübt werden. Wir machten uns also gespannt auf den Weg zum Mantrailing-Kurs. Es waren mehrere Hunde mit ihren Besitzern da, manche hatten schon ihre ersten Erfahrungen im Mantrailing gemacht, für andere, wie mein Malteser, war es absolutes Neuland. Die Hundetrainerin hatte mehrere getragene Kleidungsstücke von sich mitgebracht, anhand derer die Hunde ihre Spur verfolgen sollten.

Beim Maintrailing tragen die Hunde ein Geschirr und werden an der Schleppleine gehalten. Um ihnen zu verdeutlichen, nach was sie überhaupt suchen sollen, wurde das das erste getragene Kleidungsstück, ein Unterhemd, in einer Plastiktüte mitten auf den Weg gelegt. In diese durfte der Hund mit dem Hörzeichen „Trail“ (oder jedes beliebige Wort nach Wahl des Hundebesitzers) reinschnuppern, was ihm zeigte, dass er ab hier diese Spur verfolgen soll. Die restlichen Kleidungsstücke legte die Hundetrainerin im Abstand von je ca. 50 m am Weg und über die Wiese verteilt aus und versteckte sich dann hinter einem Gebüsch. Die ersten Hunde, die das Mantrailing kannten, liefen zielsicher die Spur ab und erschnüffelten die Hundetrainerin schnell. Es gab große Unterschiede bei den Hunden, manchmal liefen sehr zielstrebig mit tiefer Nase auf das Ziel zu, manche schlenderten mehr, als ob sie Gassi gingen, und hatten keinerlei Ambitionen, auch nur irgendwas zu suchen.

Ich war gespannt, ob Bacardi wohl verstehen würde, was ich von ihm will. Als hätte er es schon immer gemacht, schnüffelte er in die Tüte, lief dann ohne mein Zutun zielstrebig den Weg ab, schnupperte kurz an allen dort verteilten Gegenständen und freute sich wie ein Schneekönig, als er auf die Hundetrainerin stieß, die im Gebüsch kauerte. Dafür, dass er es das erste Mal gemacht hat, hat er sich wirklich prächtig geschlagen und es hat ihm sichtlich Spaß gemacht.

Autorin:
Anke Angerer

Kommentar schreiben

Kommentar